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Göttingen, 2. August 2021

PM: SPD OB agiert bei der Bebauung des Grotefend-Areals am Weender Tor intransparent und undemokratisch

Doreen Fragel trifft sich mit Anwohner:innen

 

Die kürzlich von der Hanseatic Gruppe mit Billigung von SPD-Oberbürgermeister Köhler vorgestellten Pläne zur Bebauung des Grotefend-Areals an der Berliner Straße werden von mir als Oberbürgermeisterkandidatin und weiteren Akteuren der Stadt
abgelehnt. Ich fordere den OB und den Investor Hanseatic auf, sich bei den Plänen an diesem städtebaulich wichtigen Eingangstor in unsere mittelalterlich geprägte Altstadt an den bestehenden Bebauungsplan zu halten.

Stattdessen sehen die Pläne von Hanseatic einen siebenstöckigen frontalen Riegel entlang des Walles vor, greifen in bestehendes Planungsrecht massiv ein und weisen
keinerlei baukulturelle und bauplanerische Weitsicht auf. Der 2019 verabschiedete Bebauungsplan sieht für diesen Bereich eine maximal vierstöckige Bebauung vor. Ein Bebauungsplan erfüllt zwei wichtige Komponenten: er ist ein Instrument mit
demokratischer und öffentlicher Beteiligung und er gibt Verlässlichkeit: sowohl für die Anwohner:innen eines zu entwickelnden Gebietes als auch für die potentiellen
Investoren. Beides wird derzeit von SPD-OB Köhler mit Füßen getreten. Vielmehr scheinen Köhler und die Verwaltung auf dem Schoß der Investoren zu sitzen. Sollten sich die Verwaltung und OB Köhler nicht an den beschlossenen Bebauungsplan halten, wäre meines Erachtens Tür und Tor geöffnet, bei zukünftigen Bauprojekten Bauplanungsrecht zu brechen, wenn ein Investor anbietet, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Diesem „Wild-West“-Stil im Städtebau trete ich entschieden entgegen!

 

Als Oberbürgermeisterin werde ich eine verantwortungsvolle Stadtplanung vorantreiben. In diesem Fall unter Beachtung des verabschiedeten Innenstadtleitbildes, das insbesondere das Kultur- und Naturdenkmal Wall schützt und den Wall stärker als ein prägendes Charakteristikum der Göttinger Altstadt sichtbar machen soll. Außerdem werde ich das in Göttingen nicht praktizierte Instrument eines Architektenwettbewerbes wieder stärken. Es geht um den Wettstreit der besten Ideen – und diesen möchte ich Raum geben! Eine Argumentation, ein solches Verfahren würde nur viel zu viel unnötige Zeit kosten, kann nicht gelten. Denn mit den jetzigen Planungen müsste der bestehende Bebauungsplan geändert werden – das ist auch keine Angelegenheit von zwei Monaten!

Am Standort soll nach dem Willen der derzeit Handelnden ausschließlich Gastronomie, Büroraum, ein Stadthotel und Tagespflege/Wohnen Plus entstehen.

Sie leisten damit keinen Beitrag für bezahlbares Wohnen in der Stadt.

Als Oberbürgermeisterin werde ich zudem den Städtebaubeirat stärken und in die Beratung einbeziehen, um planvoll die verschiedenen Funktionen der Stadt – Einzelhandel, Wohnen, Arbeiten, Kultur und Dienstleistungen – zu entwickeln. Es wird mit mir grundsätzliche eine öffentliche Transparenz geben und kein Agieren hinter verschlossenen Türen!

 

Breite Unterstützung habe ich am Wochenende erhalten von

  • Matthias Rüger, Landesvorsitzender BDA Bund Deutscher Architekten, Landesverband Niedersachsen e.V.
  • Hansjochen Schwieger, Vorsitzender Göttinger Städtebaubeirat
  • Roman Graf, Regionalbeauftragter Südniedersachsen Architektenkammer Niedersachsen
  • Detlev Johannson, Dr. Gerrit Appenzeller, Verwaltungsbeirat der Wohneigentümergemeinschaft Weender Straße 89-95
  • Weitere Anwohner:innen

 

Doreen Fragel – Oberbürgermeisterin für Göttingen

Email OB Kandidatin: fragel@posteo.de
Email Team OB Kandidatin: teamfragel@posteo.de